Höhle zur Besichtigung Cuieram

Das Heiligtum der Göttin Tanit

Höhle, die für die Puniern ein wichtiges Heiligtum war und in der eine Vielzahl von Keramikresten gefunden wurde.

Diese schon in der Bronzezeit genutzte Höhle wurde durch die punische Zivilisation (5.-2. Jahrhundert v. Chr.) zu einem Heiligtum gemacht. Sie war in verschiedene Bereiche eingeteilt, und man verehrte dort die Göttin Tanit. Dieser Raum wurde 1907 durch die archäologische Gesellschaft Ebusitana entdeckt. Unter den materiellen Resten, die gefunden wurden, sind mehrere Hundert erhalten gebliebene Terrakottafiguren und 100 Fragmente von anderen Stücken hervorzuheben. Diese Nekropole wurde zum Kulturdenkmal erklärt.

Der erste Zeitabschnitt des Heiligtums datiert auf das 5.-4. Jh. v. Chr. zurück. Aus dieser Zeit stammt ein aufgrund seines Informationswertes spektakulärer Fund: Eine Bronzeplakette mit der Inschrift: „Für den Herren Reseph-Melkart, dieses Heiligtum, das 'S'DR, Sohn von Ya'asay, Sohn von BRGS, Sohn von Esmunilles geweiht hat.“ Diese Inschrift bot Grund zur Annahme, dass der Ort eine Kultstätte zweier Götter war, die durch eine Verschmelzung zu einer Person geworden sind: Reseph, der Gott des Feuers und des Lichts, und Melkart, der Gott der Seefahrt und der Vegetation, König der Stadt und Anführer der Siedler von Tyros.

Der zweite Zeitabschnitt geht von den letzten Jahrzehnten des 3. Jh. v. Chr. bis hin zu den ersten zwei Dritteln des 2. Jh. v. Chr. In dieser Zeit sollten die religiösen Aktivitäten dieses Ortes ihren absoluten Höhepunkt erreichen. Und dieser Zeit ist auch die zweite Inschrift oben genannter Plakette zuzuordnen, die sich auf der Rückseite derselben befindet und auf der das Folgende zu lesen ist: „Diese Mauer aus geschnittenem Stein wurde gefertigt, geweiht und repariert von `Abdeshmun, Sohn von Azarba’al, dem Priester für Unsere Herrin, für Tanit, die Mächtige und für ihren Gad. Der Architekt war derselbe, zu ihren Diensten.“ Dieser Text weist auf einen Kultwechsel hin: Der Tempel wurde nun der Göttin der Fruchtbarkeit Tanit geweiht.

Aus dieser letzten Zeit stammen viele Statuetten, ein Großteil von ihnen glockenförmig, die die weibliche Gottheit darstellen. Diese Statuetten sind ein Beleg dafür, dass einige punische Heiligtümer, wie das von Es Culleram, Nebengewerbe für die Produktion von Terrakottafiguren unterhielten, die in den Heiligtümern als Opfergabe der Gläubigen für die Gottheiten zum Verkauf angeboten wurden. Ab 120 v. Chr. bis zum Jahr 0 ist ein Verfall des Heiligtums zu verzeichnen und schließlich sollte es gänzlich verlassen werden.


Anschrift:
Ctra. PM-811 (desvío en el tramo entre Sant Vincenç de la Cala y Cala Sant Vicenç)
07811 Sant Joan de Labritja

Web:
http://www.ibiza5sentidos.es/visita-i...